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Baptisten sind keine Protestanten!! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Charles H. Spurgeon   
Mittwoch, 27. Juni 2007
Warum Baptisten keine Protestanten sind

In unserem Land wird jeder einer der drei Konfessionen zugeteilt: Wer
weder Jude noch Katholik ist, gilt automatisch als Protestant. Daher nennt
man die Baptisten "Protestanten", was jedoch nicht den Tatsachen
entspricht, denn diese hatten nie etwas mit dem Protestantismus zu tun.
Die Protestantische Reformation geschah am 31. Oktober 1517 als Martin
Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg
nagelte. Dieses Ereignis war aber nur eine Ursache, die zum offenen
Bruch mit Rom führte.

Der Reichstag zu Speyer (25. April 1529), ein Ereignis von
außerordentlicher Bedeutung, wird jedoch oft vergessen. Diese römisch-
katholische Versammlung wurde einberufen, um Maßnahmen gegen die
Türken zu beraten, das Umsichgreifen der Lutheraner zu überwachen und
um andere Gruppierungen im Auge zu behalten, die dem Papst die
Zusammenarbeit verweigerten. Vor dieser katholischen Versammlung
traten einige lutherische Fürsten auf, um gegen die Reichstagsbeschlüsse
formell Protest einzulegen, die nach ihrem Dafürhalten gegen christliche
Glaubensprinzipien verstießen.

Unterzeichnet wurde diese Protestnote von dem Kurfürsten Johannes von
Sachsen, dem Markgrafen Georg von Brandenburg, den Herzögen Ernst
und Franz von Braunschweig - Lüneburg, dem Landgrafen Philip von
Hessen, dem Prinzen Wolfgang von Anhalt und den Repräsentanten von
vierzehn kaiserlichen Städten. Weil man sich mit dieser Protestnote gegen
die Beschlüsse des Reichstages abzusichern gedachte, ist sie als
Schutzmaßnahme zu betrachten.

So stellt der berühmte Kirchenhistoriker Philip Schaaf richtig fest:
"Aufgrund dieses Protestappells wurden Lutheraner 'Protestanten'
genannt." (History of the Christian Church, Bd. VII, S. 692). Ebenso die
Catholic Encyclopedia, Bd. XII, S. 495.

Jene lutherischen Führer und eigene Reformierte, die Beschwerde und
Protest vor dem Reichstag zu Speyer eingebracht hatten, bezeichneten
sich selbst zwar nicht als Baptisten, gaben jedoch folgende schriftliche
Erklärung über diese ab: "Alle Wiedertäufer und Wiedergetaufte, männlich
wie weiblichn Geschlechts und reifen Alters sollen gerichtet und mit dem
Schwert, durch Feuer oder anders hingerichtet werden, je nach Person,
ohne vorab von einem geistlichen Gericht verhört zu werden." Weil sich die
Baptisten des erwähnten Protests nicht anschlossen, dürfen sie nicht als
Protestanten gelten.

HISTORISCH betrachtet sind sie keine Protestanten.
Protestanten gibt es erst seit dem sechzehnten Jahrhundert. Unter dieser
Beziehung faßt man Lutheraner, Reformierte u.a. zusammen, die sich von
der römischen Kirche lösten, um eine eigene Gruppierung zu bilden,
Baptisten aber haben die römisch-katholische Kirche nie verlassen, wie
etwa Luther, Calvin oder Zwingli, denn sie haben ihr nie angehört, gab es
sie doch bereits Jahrhunderte vor der Reformation.

Baptisten versuchen nicht, ihre Ursprünge in das apostolische Zeitalter
zurück zu verfolgen, sondern machen lediglich geltend, daß es in jeder
Epoche der Kirchengeschichte Gruppierungen gegeben hat, die die
Glaubensgeschichte der Baptisten von heute geteilt haben. Ob es
zwischen diesen verschiedenen Ausrichtungen, die auch verschiedene
Namen trugen, Verbindungen gab, sei dahingestellt. Zu nennen waren:
die Montanisten (150 n. Chr.), die Novitianer (250 n. Chr.), die Donatisten
(305 n. Chr.) die Paulinisten (650 n. Chr.), die Albigeneser (1022 n. Chr.),
die Waldenser (1170 n. Chr.), und schließlich die Anabaptisten, die kurz
vor der protestantischen Reformation auftraten.

Das Zeugnis der Geschichte widerspricht der Auffassung, es habe bis
Martin Luther nur eine einzige Kirche, nämlich die römisch-katholische
gegeben. Dies zu behaupten wäre ein schwerer Irrtum. Ganz bewußt
möchte ich nicht-baptistische Quellen zu Worte kommen lassen, die das
hohe Alter der Baptisten bezeugen. Kardinal Hosius (1504-1579) war
römische Prälat und hatte es sich zur Lebensaufgabe gesetzt,
außerkatholische Gruppierungen zu erforschen und zu unterdrücken. Papst
Paul IV ernannte ihn zu einer der drei Vorsitzenden des berühmten Konzils
von Trient.

Mit großem Eifer betrieb Hosius die Gegenreformation. Deshalb gilt er als
der Experte für Lehren und Geschichte der nicht-kathlolischen
Bewegungen der Nachreformation. Er schreibt: "Hätte man die Baptisten
nicht ernstlich gefoltert und während der letzten 1200 Jahre mit dem
Messer umgebracht, wäre ihre Zahl größer als alle Reformatoren." (Brief
Apud Opera, S. 112/3). Bemerkenswert ist hier: Der groß katholische
Forscher spricht von der grausamen Verfolgung der Baptisten, grenzt sie
deutlich von den Reformatoren ab und setzt ihren Ursprung 1200 Jahre vor
der Reformation an!!

Bemerkung:
Hieraus ist ersichtlich, daß es Baptisten seit mindestens dem Jahr 300 n.
Chr. gibt (1500 - 1200 = 300). Dies bedeutet aber auch, daß die Baptisten
schon zur Gründung der römisch-katholische Kirche existiert haben
müssen und daher auch schon vor der katholischen Kirche existiert haben,
also bis auf die apostolische Zeit zurückreichen, d.h. bis auf Jesus
Christus.

Tatsächlich war Johannes der Täufer der erste Baptist. (Im griechischen
heißt Taufe ||, was vollkommenes Untertauchen bedeutet). Gott selbst
setzte Johannes den Baptisten ein. Jesus Christus, der Sohn Gottes,
bestätigte Johannes den Täufer oder auch Baptisten genannt. Die erste
Gemeinde wurde auf der Vorarbeit von Johannes dem Baptisten durch
Jesus Christus mit der Herausrufung der 12 Apostel gegründet. Folglich
waren auch die neutestamentlichen Gemeinden Baptistengemeinden, um
alle die durch deren ausgesandte Missionare nach neutestamentlichen
Maßstäben gegründet wurden und immer noch werden. Daß Baptisten
keine Protestanten waren, ergibt sich aus der Tatsache, daß sie seitens
der protestantischen Reformatoren heftig verfolgt wurden. Unzähligen
gingen dabei Hab und Gut, Leib und Leben verloren. Konrad Grebel starb
1526 im Gefängnis, Felix Manz wurde 1527 von den züricher Behörden
ertränkt. Am 10. März 1528 wurde der geachtete Baptistenführer
Balthauser Hubmaier in Wien auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Seine
Frau wurde drei Tage darauf ertränkt: Man band einen Stein um ihren Hals
und stieß sie von der Donaubrücke.

Der geschichtliche Befund zeigt sich eindeutig: Baptisten sind keine
Protestanten.

IHRE LEHRE unterscheidet Baptisten und Protestanten.
Die Auffassung, es herrsche zwischen Baptisten und Protestanten
übereinstimmende Lehre, ist eine ungenaue Wiedergabe der Tatsachen.
Sechs wesentliche Merkmale sind zu unterscheiden: Baptisten glauben
fest: Für Glauben und Leben reicht Gottes Wort allein aus. Wir lesen:
"Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur
Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit." (2. Tim. 3,16).
Verschiedene protestantische Kirchen verfügen über unterschiedliche
Glaubensbekenntnisse, Katechismen und Dogmen. Dagegen orientieren
sich Baptisten ausschließlich am Wort Gottes. Baptisten glauben: Christus
ist das ausschließliche Haupt der Gemeinde, wie in der Heiligen Schrift
geschrieben steht: "Christus ist das Haupt der Gemeinde" (Eph. 5,23). Ein
menschliches Oberhaupt der Baptisten gibt es nicht. Ferner kennen
Baptisten keine Denomination, die als Dachorganisation auf die
Ortsgemeinden Einflußnehmen kann. Jede Ortsgemeinde ist unabhängig
und hat sich lediglich Christus, ihrem Haupt, zu verantworten. Eine
Baptistengemeinde pflegt zwar mit Gemeinden gleicher Ausrichtung
Gemeinschaft, kennt indessen aber keine Zentralverwaltung mit Sitz in
Frankfurt, Hamburg oder München. Ihr Hauptsitz ist im Himmel. Baptisten
glauben an eine Freie Gemeinde in einem freien Staat. Daß Gemeinde und
Staat über je eigene Bereiche verfügen, geht aus der Lehre Christi
deutlich hervor: "So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was
Gottes ist!" (Matthäus 22,21). Baptisten treten entschieden für die
Trennung von Kirche und Staat ein. Sie glauben anders wäre es eine
Verachtung der Heiligen Schrift. Alle protestantischen Reformatoren haben
ihren Anhängern Staatskirchen auferlegt! Amerikaner genießen heute die
Trennung von Kirche und Staat. Dies verdanken sie dem Einsatz und der
Wachsamkeit von Baptisten während der Gründerzeit ihrer Nation.
Baptisten glauben: Jeder Mensch hat sich selbst vor Gott zu verantworten,
denn die Heilige Schrift macht deutlich: "" (Römer 14,12). Weder Priester
noch Kirche können für uns vor Gott Rechenschaft ablegen, kein Taufpate
kann sich für uns verantworten. Der Glaube der Eltern hat keinen Einfluß
auf den Heilszustand der Kinder. Selbst die Identifizierung mit einer
Religionsgemeinschaft kann nicht retten. Jeder muß sich selbst vor Gott
verantworten. Von dieser biblischen Lehre weichten Protestanten im
allgemeinen ab.

Baptisten bekennen sich außerdem zur Gläubigentaufe. Kein
protestantischer Reformator hat an dieser biblischen Lehre festgehalten.
Die biblische Reihenfolge lautet: Zuerst Glauben und Umkehr, danach
Taufe. Am Pfingsttag verkündigte Petrus der Menge: "Tut Buße und lasse
sich ein jeglicher taufen" (Apostelgeschichte 2,38). Daraus leitet man
folgerichtige ab: eine Kindertaufe kann es nicht geben, denn ein Säugling
ist außerstande, Buße zu tun. Ungläubige sind nicht zu taufen. Die
Reformatoren folgten in ihrer Taufpraxis dem Vorbild Roms. In diesem
Anliegen folgten Baptisten stets der Lehre Christi und der Apostel.
Baptisten halten fest: Aufgrund der Heiligen Schrift kann nur
Gemeindemitglied werden, wer wiedergeboren ist. Voraussetzung
jeglicher Mitgliedschaft ist das glaubhafte Bekenntnis des Glaubens an
Christus. In der apostolischen Gemeinde galt: Nur wer gläubig geworden
war, wer sich von seinen Sünden abgewandt hatte und das Wort Gottes
empfangen hatte wurde getauft und als Mitglied in die Gemeinde
aufgenommen (Apg. 2,41). Eine automatische oder formelle Mitgliedschaft
gab es weder in der damaligen apostolischen Gemeinden, noch in den
Baptistengemeinden heute.

Aus dieser Kurzen Übersicht wird deutlich: Aufgrund ihrer Lehre sind
Baptisten keine Protestanten.

DIE PRAXIS unterscheidet Baptisten und Protestanten.
Anhand einiger einfacher Beobachtungen soll deutlich werden, daß sich
Baptisten in einer Reihe von Anliegen deutlich von Protestanten
unterscheiden. Protestantische Gruppen erkennen häufig einen Menschen
als ihren Gründer an, und leiten ihren Namen sogar von diesem ab.
Lutheraner sehen auf Luther, Reformierte auf Johannes Calvin zurück. Die
Presbyterianer finden in John Knox ihren Gründer, die Methodisten
bekennen sich dagegen offen zu John Wesley. Wer aber zeichnet sich der
Gründer der Baptisten für verantwortlich? Eine Frage, die es verdient,
ernstlich nachgegangen zu werden. Es ist unmöglich, einen einzigen Mann
ausfindig zu machen, der Baptistengemeinden gegründet hätte. Wollen wir
aber auf menschliche Gründer nennen, müssen wir auf Petrus, Paulus,
Jakobus und Johannes zurückkommen.

Unser Geburtsort unterscheidet sich von dem der Protestanten:
Lutheraner stammen aus Deutschland, Reformierte aus der Schweiz und
den Niederlanden, die Prebyterianer stammen aus Schottland und die
Anglikaner aus England. Hätten Baptisten ihren Geburtsort zu nennen,
müßten wir Jerusalem angeben.

Das Bekenntnis der Baptisten ist weder die Confession Augustina, noch
das Helvetische Bekenntnis, sondern das einfache Wort Gottes. Daher
kann man unmöglich Baptisten und Protestanten gleichsetzen.

Baptisten sind nie mit Protestanten in Verbindung gebracht worden und
man hat sie zu keiner Zeit mit der römisch-katholischen Kirche identifiziert.
Im Verlauf der vor- und nachreformatorischen Geschichte haben sie ihre
Identität und Treue zur Heiligen Schrift bewahrt. Echte Baptisten halten an
der Lehre Christi und der Apostel fest. Seit jeher sind sie bereit gewesen,
mit ihrem Leben dafür einzustehen. Von Hans Denk, einem Baptisten des
sechzehnten Jahrhunderts stammt folgendes Wort: "Glaube heißt, dem
Wort Gottes gehorsam zu sein, ob zum Leben oder zum Tode." Vielen war
es zum Tode.

Während der Reformation wurden in Rottenburg in einem Zeitraum von
weniger als zeht Jahren 900 Baptisten hingerichtet. Die Hinrichtungen
waren oft brutal und grausam. Die Verurteilung eines Baptisten Michael
Sattler lautete: "Michael Sattler soll dem Henker übergeben werden.
Dieser wird ihn dann zum Ort der Hinrichtung nehmen, wo ihm seine Zunge
herausgeschnitten werden soll; man werfe ihn sodann auf einen Karren
und reiße seinen Körper zweimal mit einer heißen Zange; danach bringt
man ihn zum Stadttor und quälte dort sein Fleisch in selbiger Weise." So
starb Michael Sattler am 21. Mai 1527 in Rottenburg. Seine Frau wurde
zusammen mit anderen Frauen ertränkt, während eine Reihe Männer
enthauptet wurden.

Baptisten sind keine Protestanten, halten aber entschieden an den
ursprünglichen Weisungen und Praktiken Christi und der Apostel fest.
Baptisten glauben, daß das seine Wort Gottes in allen Fragen verläßliche
Autorität ist. Alle menschlichen Religionstraditionen und- Praktiken die nach
der Zeit der Apostel entstanden, lehnen Baptisten entschieden ab.

(Aus: The New Park Street Pulpit, Volume VII, Seite 225)

 
(C) Baptisten Bibel Gemeinde 2007