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Ja, ich glaube .... oft schnell und leichtfertig ausgesprochen, aber was bedeutet „Glauben“ wirklich?
- GOTT ist der Schöpfer aller Dinge, so groß oder so klein sie auch sein mögen.
- ER hat auch mich gemacht, und hat schon vor der Erschaffung der Welt gewußt, wer ich bin.
- ER hat seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde geschickt, damit jeder der an IHN glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Weil er mich (und jeden Menschen) lieb hat.
- ER will, daß ich meine Schuld anerkenne, damit Jesus Christus sie mir vergeben kann.
- GOTT hat einen Plan für mich, (und jeden Menschen) ER will, daß ich IHM folge.
Sicherlich kann man diese Aufzählung noch beliebig fortsetzen, und viele werden wahr-scheinlich auch ihre ganz persönliche Erfahrung einbringen können. Wie sieht es aber im „wahren Leben“ aus? Kann ich meinen Glauben auch so leben, daß Menschen dadurch Jesu Christus erkennen? Halte ich auch an meinem Glauben fest, wenn mir dadurch Gefahr droht? Bleibe ich stark, wenn ich Gottes Plan nicht mehr verstehe?Ein Erlebnis in meiner Familie hat mir ein leuchtendes Beispiel dieses wunderbaren und großen Glaubens gegeben.Meine Nichte Hawila hat eine schwere Prüfung erleben müssen, hat aber dadurch vielen Menschen Zeugnis von Jesus Christus geben können.Ich möchte Sie an dieser Stelle selber zu Wort kommen lassen. Wenn Kinder sterben
Von Hawila Rogalla
Zwei Tage nach meinem achtzehnten Geburtstag hatten wir im November geheiratet. Und in der ersten Januarwoche des neuen Jahres erfuhren mein Mann und ich, daß wir Nachwuchs erwarteten! Wir beteten für Gesundheit und eine normale Geburt. Ich konnte vorher sogar noch mein Abitur ablegen.
Vierzehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin kam am 28. September unser Sohn Philemon zur Welt, ein echter Prachtkerl mit seinen sieben Pfund und 52 Zentimetern.Mehrere schöne und ausgefüllte Monate vergingen; unser Sohn war kerngesund, wuchs heran und machte uns sehr viel Freude. Kurz nach Ostern erfuhr ich dann bei einer Routineuntersuchung - ich hatte bis dahin unseren Philemon gestillt, - daß wir wieder ein Kind, nein, zwei Kinder erwarteten! Zwillinge- das war für mich zuerst ein Schock. Ich war schon in der 13. Schwangerschaftswoche. Zuerst fing ich an zu verzagen, wenn ich an manche Schwierigkeiten in meiner ersten Schwanger-schaft dachte. Doch mein Mann und ich beteten um Kraft, und wir freuten uns nun sehr und bereiteten alles vor. Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme. Am 27. August stellte ich mich zum ersten Mal in meiner Geburtsklinik vor. Der Ultraschall zeigte, daß wir zwei kerngesunde Mädchen erwarteten. Der Arzt sagte, es bestehe kein Anlaß zur Besorgnis, und er erwarte auch keine Fehlgeburt.Am 30. August war ich zur nächsten Untersuchung bestellt. Es waren noch etwa neun Wochen bis zum Entbindungstermin. Bei dieser Kontrolle reagierte die Schwester schon etwas anders, und ein ungutes Gefühl stieg in mir hoch. Meine Ärztin ließ mich ins Krankenhaus einweisen. Ich rief meinen Mann an, und kurz darauf kam er von der Arbeit nach Hause. Er fand mich in Tränen aufgelöst am Küchentisch sitzen; ich hatte die ganze Zeit gebetet. Gemeinsam fuhren wir in die Klinik, wo ich sofort untersucht wurde. Dann brachte der Chefarzt uns die vernichtende Nachricht, daß bei unseren Töchtern kein Herzschlag mehr zu sehen sei. Mein Mann und ich fielen uns weinend in die Arme. Die Ärzte suchten fieberhaft nach einem medizinischen Grund, auch nach tröstenden Worten. Mir wurde gesagt, daß man versuchen wolle, die Geburt sanft einzuleiten, und daß ich einige Tage im Krankenhaus bleiben müsse. In diesem Durcheinander fanden mein Mann und ich die Zeit, gemeinsam zu beten und Gott um Kraft zu bitten für alles, was auf uns zukommen wird. Ein wichtiger Satz für mich war in diesem Moment: „Gott gibt uns nie eine Last oder ein Leid zu tragen, unter dem wir zusammenbrechen würden.“ Für mich war diese Situation unendlich schwer, immer wieder brach ich in Tränen aus. Von allen Seiten wurde mir Liebe entgegengebracht, während mein Mann die Formalitäten erledigte. Doch so sehr ich auch verwirrt war, merkte ich, wie zwei viel stärkere Arme mich umschlossen, und ich fand mich in der Geborgenheit unseres Gottes und Vaters wieder, der mich ganz still und ruhig werden ließ. Meine Hebamme sagte mir: „Sie müssen an sich und Ihre Gesundheit denken, denn Ihr Sohn und Ihr Mann, die brauchen eine Mutter und Ehefrau.“ Wie recht sie doch hat! Gottes Wege sind für uns Menschen oft seltsam und können auch durch tiefes Leid führen. So betete ich an diesem Freitagabend: „Herr, hab' Dank für die Zeit, die du uns mit unseren Töchtern Abigail und Salome geschenkt hast, du hast sie heute zu dir gerufen. Hab' Dank für die Gewißheit, daß wir sie einmal in deiner Herrlichkeit wiedersehen dürfen. Hab' Dank für Meinen Mann, den Du mir zur Seite gestellt hast, hab' Dank für unsere gemeinsame Zeit, unsere Liebe und unseren Sohn, vielen Dank für seine Gesundheit. Sein kleines Herz lege ich in deine Hand, führe und leite du es nach deinem Willen. Schenke meinem Mann die rechte Kraft, das Gebet zu finden. Gib mir bitte die Kraft für die Geburt, und schenk bitte, daß alles schnell und problemlos vorübergeht. Du hast das Leben gegeben, und in deiner Macht steht es auch, es wieder zu nehmen. Herr, hab' Dank für die Gewißheit, daß dein starker Arm uns hält.“ Beruhigt schief ich ein. Am folgenden Morgen überkam mich das schreckliche Gefühl, mit einem dicken Bauch aufzuwachen und zu wissen, meine Kinder leben nicht mehr. In diesem Moment dachte ich, das überlebst du keinen weiteren Morgen. Meine Mutter, mein Mann und unser Sohn Philemon besuchten mich an diesem Tag. Am Sonntagmorgen war ich unendlich erleichtert, daß es endlich losging. Doch ich verkrampfte mich so sehr, mein Kopf weigerte sich einfach, die beiden herzugeben. Ich ließ meinen Mann anrufen. „Will er denn dabei sein?“ fragten alle erstaunt. Ich sagte: „Ja, er will mir zur Seite stehen.“ Jetzt weiß ich, daß unser Verhalten für das Personal der Klinik ein Anstoß zum Nachdenken war. Um 8.40 Uhr wurde Abigail geboren, um 8.55 Uhr kam Salome zur Welt. Zum Erstaunen der Ärzte löste sich der Mutterkuchen ohne Probleme, und die geplante Ausschabung brauchte nicht durchgeführt zu werden. Nun hatten wir endlich Zeit füreinander. Unsere Töchter Abigail und Salome lagen vor uns. Sie sahen so niedlich aus mit ihren schwarzen Haaren. Mein Mann und ich hielten uns in unseren Armen und nahmen Abschied von ihnen.Als die Ärztin später zurückkam, teilte sie uns mit, daß die beiden Mädchen kerngesund gewesen wären. Sie waren jeweils 3 Pfund schwer und hatten eine Länge von 42 sowie 43 Zentimeter, eine beachtliche Leistung für Zwillinge in der 31.Schwangerschaftswoche. Uns wurde gesagt, daß sich die Nabelschnüre miteinander verwickelt hatten und sie dadurch ganz plötzlich nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt worden waren. Mein Mann bereitete die Beerdigung unserer Töchter vor. Noch im Krankenhaus bekam ich von vielen lieben Menschen aus unserer Gemeinde Hilfe angeboten. Man wollte es mir auch abnehmen, alle Babysachen zu entfernen. Alle Angebote nahm ich dankend an, nur das letzte nicht. Für mich war dieses Wegräumen eine unendlich große Hilfe, das Ereignis zu überwinden. Denn mit jedem Strampler, mit jeder Windel, die ich in die Kartons packte, mit all diesen kleinen Handgriffen beerdigte ich Stück für Stück unsere Kinder. Abigail und Salome, am 1. September geboren, wurden an 6. September beigesetzt. Dieser Tag war nach der Geburt für mich einer der schlimmsten. Die ganze Familie litt sehr, besonders die vier Uromas und zwei Uropas sowie die Großeltern. Die Grabrede hatte das Leiden Hiobs zum Thema. Wir hatten uns gewünscht, daß diese Beerdigung die Zuversicht ausstrahlen sollte, die uns Jesus Christus in diesen schweren Stunden ins Herz gesät hat. |